Problematische Narbenformen

Die Heilung von Narben verläuft nicht immer problemlos. Wunden, bei denen zum Beispiel größere Hautflächen betroffen sind oder bei denen die Wundränder weit auseinanderklaffen sowie entzündete Wunden benötigen eine wesentlich längere Heilungszeit. Der Körper bildet minderwertiges Bindegewebe, um den Defekt der Haut auszufüllen. Zurück bleibt oft eine breite, auffällige und auch kosmetisch unschöne Narbe.

Manche Narben bereiten während und nach der Heilung Probleme: Sie schließen sich nicht richtig, werden wulstig, hart und spannen. Befindet sich eine Narbe an oder über Gelenken, wie beispielsweise am Knie- oder Handgelenk, kann sie die Beweglichkeit einschränken und auch langfristig zu Problemen führen. Es wird zwischen drei sogenannten krankhaften Narbenbildungen unterschieden:

  • Atrophe Narben
  • Hypertrophe Narben
  • Keloide Narben

Die eingesunkene (atrophe) Narbe

Atrophe Narben entstehen, wenn bei der Wundheilung zu wenig neue Bindegewebsfasern gebildet werden, um den Wundspalt komplett auszufüllen. Die Narben liegen somit unter dem umliegenden Hautniveau, sie sind praktisch eingesunken. Beispiele für atrophe Narben sind Akne- oder auch Windpocken-Narben.

Die erhabene (hypertrophe) Narbe

Hypertrophe Narben entstehen kurz nach der Wundheilung oder noch in deren Verlauf. Es kommt im Gegensatz zu einer atrophen Narbe (zu wenig Bindegewebsfasern) zu einer Überproduktion von Bindegewebsfasern. Die Narbe neigt zur Wulstbildung und erhebt sich über das umliegende Hautniveau, bleibt aber grundsätzlich auf das ursprüngliche Verletzungsgebiet beschränkt.

Hypertrophe Narben können vor allem dann auftreten, wenn starker Zug auf die Wunde ausgeübt wird, sie also nicht ruhiggestellt bzw. genügend geschont wird. Auch Infektionen begünstigen die Ausbildung von hypertrophen Narben, die sich allerdings in einem Zeitraum von sechs Monaten bis drei Jahren spontan zurückbilden können.

Die wuchernde Narbe (Narbenkeloid)

Ein Narbenkeloid entsteht erst nach längerer Zeit nach Abschluss der Wundheilung durch starke Überproduktion von Bindegewebsfasern. Anders als bei hypertrophen Narben reichen die Wucherungen über den eigentlichen Wundbereich hinaus in das gesunde Gewebe. Keloide verursachen oft einen starken Juckreiz und Schmerzen und treten oft an Stellen auf, an denen die Haut starken Spannungen ausgesetzt ist, wie z.B. an der Schulter oder der Brust.

Von Narbenkeloiden sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene weiblichen Geschlechts betroffen, weswegen ein hormoneller Einfluss angenommen werden kann. Die Neigung zu Narbenkeloiden wird außerdem relativ häufig vererbt. Darüber hinaus treten bei Menschen mit farbiger Haut etwa zehnmal häufiger Keloide auf als bei Menschen mit heller Hautfarbe. Keloide bilden sich nicht zurück und sind nur schwer zu behandeln.