Eine Frau mit Sommersprossen sieht seitlich nach unten.

SVV-Wunden: Narben als Folge körperlicher Selbstverletzung

In Deutschland gibt es 5,6 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene (15 bis 24 Jahre), die sich regelmäßig selbst verletzen und ihrem Körper absichtlich Wunden zufügen. Da es sich bei selbstverletzendem Verhalten (SVV) in unserer Gesellschaft um ein Tabu-Thema handelt, ist die Dunkelziffer wahrscheinlich noch weitaus höher. Besonders häufig leiden Mädchen und Frauen unter selbstverletzendem Verhalten. In den meisten Fällen handelt es sich bei den SVV-Wunden um Schnittwunden (ca. 65 %), die sich die Betroffenen zumeist an Armen und Beinen zufügen. Umgangssprachlich wird dieses Verhalten auch als „Ritzen“ bezeichnet. In anderen Fällen fügen sich die Betroffenen Verbrühungen mit heißem Wasser oder Verbrennungen zu, beispielsweise durch Zigarettenglut.

Nicht selten resultieren aus diesen Wunden Narben, die von Medizinern als Selbstverletzungsnarben oder SVV-Narben bezeichnet werden. Je nachdem, wie tief die Schnitte sind oder wie schwer die Verbrennung oder Verbrühung ist, bleiben mehr oder weniger auffällige Narben zurück.


Worin liegen die Ursachen für selbstverletzendes Verhalten?

Lange Zeit wurde bei Menschen, die sich selbst verletzen, eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Heutzutage wissen Fachleute, dass diese Diagnose nicht in jedem Fall zutreffend ist. Konflikte in der Pubertät, Traumatisierungen, Missbrauch, Schläge oder schwere Zurücksetzungen und Demütigungen in der Kindheit können z. B. ebenfalls Auslöser für selbstverletzendes Verhalten sein. Die genaue Ursache herauszufinden ist oft nicht möglich, häufig sind auch mehrere Gründe gleichzeitig ausschlaggebend.

Die Betroffenen leiden oftmals unter einem immensen inneren Druck, für den sie in der Selbstverletzung ein Ventil finden. Nur mit Hilfe des Schmerzes „spüren“ sie sich wieder oder lenken sich auf diese Weise von inneren seelischen Qualen ab. Zurück bleiben Selbstverletzungsnarben, die die Betroffenen im schlimmsten Fall für immer an ihr Verhalten erinnern.

Psychotherapie zur Entschlüsselung von selbstverletzendem Verhalten

Wenn Narben vom Ritzen unter langärmeligen Pullovern oder langen Hosen verborgen werden, ist es für Außenstehende schwierig, die viel tiefergreifenden Verletzung hinter der Fassade zu erkennen. Falls sich die Betroffenen ihrem Freundes- oder Familienkreis anvertrauen, ist es unbedingt ratsam, auf fachliche psychologische Unterstützung hinzuweisen.

In einer Psychotherapie bzw. Verhaltenstherapie kann ein Arzt oder Psychotherapeut die Ursachen der seelischen Störung in Zusammenarbeit mit dem Patienten entschlüsseln. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann eine Verbesserung des seelischen Befindens erreicht werden. Im besten Fall kann der Experte dem Betroffenen sogar einen Weg aufzeigen, um aus dem Teufelskreis aus innerem Druck und anschließender Selbstverletzung herauszufinden.

Was passiert mit den Selbstverletzungsnarben?

Sobald die Betroffenen gelernt haben, mit ihrem Kummer auf andere Weise umzugehen, leiden sie im Anschluss meist sehr unter den SVV-Narben, die durch die ständigen Verletzungen zurückbleiben. Um diese psychische Belastung zu minimieren, ist es ratsam, die Narbe regelmäßig zu pflegen, um so ein ebenmäßigeres Hautbild an den betroffenen Stellen zu erzielen.

Bei relativ frischen Narben kann Contractubex® Gel, ein wirksames Narbengel aus der Apotheke, helfen, die Spuren auf der Haut zu mindern. Bei regelmäßiger Anwendung über drei bis sechs Monate können die Narben weniger auffällig werden. Bei älteren Narben kann das Narbengel ebenfalls angewendet werden, auch wenn das Narbengewebe von älteren, verhärteten Narben nicht so gut auf eine Behandlung anspricht, wie frisches Narbengewebe. Daher ist es in diesem Fall ratsam, den Hautarzt zu befragen, welche zusätzlichen Maßnahmen das Erscheinungsbild von älteren SSV-Narben verbessern können. Lassen Sie sich beraten!

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Pflichttext Contractubex® Gel

Anwendungsgebiete:

Bei vergrößerten (hypertrophen), wulstigen (keloidförmigen), bewegungseinschränkenden u. optisch störenden Narben nach Operationen, Amputationen, Verbrennungen u. Unfällen; bei Gelenksteife (Kontrakturen) z.B. der Finger (Dupuytren’sche Kontraktur) u. durch Verletzung entstandenen (traumatischen) Sehnenkontrakturen sowie bei Narbenschrumpfungen (atrophe Narben). Anwendung nach Wundschluss.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Stand: Mai 2021

Merz Pharmaceuticals GmbH, 60048 Frankfurt

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