Was bedeutet selbstverletzendes Verhalten (SVV)?

In Deutschland gibt es ca. 800.000 Menschen, die sich regelmäßig selbst verletzen. In den meisten Fällen sind es Schnittwunden, die sich die Betroffenen zufügen (auch umgangssprachlich als „Ritzen“ bezeichnet), in anderen Fällen verbrühen sie sich mit heißem Wasser oder verbrennen sich Hautareale durch Zigarettenglut.

Wer ist betroffen?

Hauptsächlich sind es Mädchen und Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, die sich selbst Wunden zufügen. Jungen oder junge Männer sind seltener betroffen. Selbst Prinzessin Diana gab zu, sich öfter in Arme und Beine geritzt zu haben, da ihre seelischen Probleme überhand nahmen.

Wo liegen die Ursachen?

Lange Zeit wurde Menschen, die sich selbst verletzen, eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Heutzutage wissen Fachleute, dass diese Diagnose nicht in jedem Fall zutreffend ist. Konflikte in der Pubertät, Traumatisierungen, Missbrauch, Schläge oder schwere Zurücksetzungen und Demütigungen können die Auslöser für Selbstverletzendes Verhalten (SVV) sein. Die Betroffenen leiden unter einem inneren Druck, für den sie in der Selbstverletzung ein Ventil finden. Nur mit Hilfe des Schmerzes „spüren“ sie sich wieder oder lenken sich auf diese Weise von inneren seelischen Qualen ab.

Wer kann helfen?

Wenn vernarbte Arme und Beine aus Scham oft unter langärmligen Pullovern, Armstulpen oder langen Hosen verborgen werden, ist es für Außenstehende schwierig, die Verletzung hinter der Fassade erkennen zu können. Doch falls sich die Betroffenen im Freundeskreis anvertrauen, ist es ratsam, auf fachliche psychologische Unterstützung hinzuweisen. In einer Psychotherapie bzw. Verhaltenstherapie kann der Arzt die Ursachen der seelischen Störung entschlüsseln und einen Weg aufzeigen, der aus dem Teufelskreis von innerem Druck und anschließender Selbstverletzung herausführt.

Was passiert mit den Narben?

Wenn die Betroffenen lernen, mit ihrem Kummer auf andere Weise umzugehen, leiden sie meist sehr unter den äußerlichen Spuren – den Narben, die durch die ständigen Verletzungen zurückbleiben. Bei relativ frischen Narben kann Contractubex® Narbengel helfen, die Spuren auf der Haut zu mindern. Bei regelmäßiger Anwendung gehen Juckreiz, Rötung und Schmerzen zurück, die Narbe wird flacher und weniger auffällig. Bei älteren Narben ist es ratsam, den Hautarzt zu befragen, welche zusätzlichen Maßnahmen das Erscheinungsbild der Verletzungen verbessern können.

Informieren Sie sich zu den weiteren Behandlungsmöglichkeiten.

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